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Gruppentherapie

Gruppenpsychotherapie nutzt die in einer Gruppe auftretenden speziellen Gruppenphänomene (Gruppendynamik, Übertragung, Gegenübertragung) für die Psychotherapie, indem mehrere Patienten in der Gruppe behandelt werden.

Grobe Einteilung der Gruppentherapien

  • Gruppentherapien mit dem Ziel, die Persönlichkeitsstruktur der Teilnehmer durch freies Assoziieren zu erkennen und mit Hilfe der Deutungen des Psychotherapeuten bewusst zu verändern.
  • Gruppentherapien mit dem Ziel, das Verhalten der Teilnehmer zu verändern. Hier ist die Gruppe ein soziales Erfahrungsfeld wie im Alltag, in dem der Patient sein Verhalten, geschützt, verändern und einüben kann.
  • Gruppentherapien, bei denen die Interaktion zwischen den Gruppenmitgliedern im Mittelpunkt steht (Familien- und Paartherapie).
  • Personenzentrierte Gruppentherapie, bei der die Gruppenmitglieder die Bedingungen ihrer Existenz reflektieren (klientenzentrierte Therapie).

Methodik und Wirkung

Je nach Schule haben drei Sichtweisen einen besonderen Schwerpunkt und ergänzen einander:

  • Die Therapie des Einzelnen in der Gruppe, die Teilnehmer sind Beobachter
  • Die Therapie des Einzelnen durch die Gruppe, die Teilnehmer sind Co-Therapeuten, die Gruppe ist ein therapeutisches Element
  • Die Therapie der Gruppe, die Gruppe ist selbst Ziel der Beobachtung und der Veränderung

Die Gruppe soll als Abbild der Gesellschaft und der Herkunftsfamilie jedes Teilnehmers wirken.

Die Grundlage ist immer ein tiefenpsychologisches Konzept, ergänzt mit Erkenntnissen aus der Sozialpsychologie und der Gruppendynamik.

Die wichtigsten Wirkfaktoren sind (in dieser Reihenfolge):

  • die Katharsis (als Ausdruck von Gefühlen)
  • der emotionale Zusammenhalt in der Gruppe
  • das gemeinsame zwischenmenschliche Lernen

Als erfolgreich werden Teilnehmer angesehen, die Beziehungen eingehen, sich selbst und den anderen gegenüber öffnen, anderen Feedback geben und selbst Feedback erhalten und annehmen.

Für den Therapeuten ist die Komplexität der Übertragung und Gegenübertragungen der Teilnehmer untereinander, auf den Therapieleiter und umgekehrt eine große fachliche und persönliche Herausforderung.

Durch Aufdecken von Verdrängtem und psychologischem Widerstand, mit dem Mittel der Analyse von Übertragung und Gegenübertragung, der Einsicht und Ich-Stärkung in der Begegnung mit anderen, werden neue emotionale Erfahrungen ermöglicht die zu neuen Sichtweisen führen.